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10.07.2017

 

Stellungnahme der Hakuin-Zen-Gemeinschaft e.V. 

 

Mit wachsendem Entsetzen haben wir, die Hakuin-Zen-Gemeinschaft e.V., den Prozess gegen Genpo, angeklagt wegen schwerem sexuellen Missbrauch, verfolgt.

Mit großen Schmerzen und anfänglich tiefer Verzweifelung mussten wir erfahren, dass unser langjähriger Leiter und Lehrer sich eines schweren Verbrechens schuldig gemacht hat und Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen furchtbares Leid zufügte.

Besonders schwer wiegt, dass er als buddhistischer Priester und Lehrer Schutzbefohlenen, Menschen, die ihn aufsuchten, weil sie Hilfe brauchten und ihm vertrauten, aufs schändlichste ausnutzte.

Unser ganzes Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Familien. Ihnen wurde in einer Art und Weise Schmerzen und Leid zugefügt, die wohl ein Leben lang Narben hinterlässt.

Es tut uns unglaublich leid, dass wir nicht in der Lage waren, diese schrecklichen Handlungen zu erkennen und zur Anzeige zu bringen. 

Wir sind der Familie dankbar, die das Schweigen durchbrach und ihre furchtbaren Erlebnisse mit Genpo offenbarte und anzeigte.

Wir können leider die Zeit nicht zurückdrehen, aber wir können aus dem Erlebten lernen.

Natürlich quält uns die Frage immer wieder warum wir nichts bemerkt haben.

Wir müssen aus dem Erlebten lernen. Wir werden alles tun, um Missbrauch in jeglicher Form in Zukunft zu verhindern. Wir müssen uns selbst anschauen, die Strukturen des Vereins beleuchten, Machtverhältnisse analysieren und Verantwortung übernehmen.

 

Nach heutigen Erkenntnissen besteht ein weitaus höheres Risiko für sexuelle Gewalt in autoritären und hierachisch strukturierten Institutionen sowie in Einrichtungen, die keine Präventionsstrukturen und kein Beschwerdemanagement haben (extern).

Wir arbeiten daran verbindliche Verfahrensweisen im Umgang mit jeglicher Form von Gewalt und Präventionsmaßnahmen zu implementieren.

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Wir stehen in tiefer Schuld.

Wir sind uns auch bewusst, dass durch das sträfliche Handeln unseres Lehrers dem Buddhismus , insbesondere in Deutschland, schwerer Schaden zugefügt wurde. Wir bedauern das sehr tief.

 

Der Vorstand der Hakuin-Zen-Gemeinschaft