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Unsere Übungsleitlinien

Allgemeines
Innerlich und äußerlich rein üben wir vertieften Umgang miteinander! Wir kommen zusammen um gemeinsam den Zen-Weg zu gehen. Während des Sesshin sollen alle egoistischen Willensäußerungen erkannt, aufgegeben und ausgelöscht werden, so, dass alle ihre wahre Natur, ihre Buddha-Natur, erfahren können. Alle üben sich im Miteinander in Höflichkeit, Rücksichtnahme und Harmonie!
Das Sesshin beginnt spätestens mit dem Betreten des Tempelgeländes und endet frühestens mit der Heimfahrt.
Wir üben Schweigen! Das gilt innerhalb und außerhalb der Tempelgebäude. Während des Sesshin, beim Samu (den anfallenden Arbeiten), beim Kochen oder anderen wichtigen Angelegenheiten wird nur das hierfür Notwendige besprochen.
Den Sesshin-Tagesablauf und die Einteilung der Ämter und Aufgaben bitte am Schwarzen Brett nachlesen!
Alle Teilnehmer geloben die fünf Silas einzuhalten, das Tempelgelände oder das Sesshin nicht ohne Erlaubnis zu verlassen und verzichten zudem auf Rauchen, Parfüm, Lesen und Telefonieren.
Die Teilnehmer und Mitbewohner organisieren selbstständig den Küchen- und Reinigungsdienst. Jeder macht mindestens das sauber und räumt auf, was er benützt hat. Alles wird wieder an seinen alten Platz zurückgebracht.
Die Arbeiten im Außenbereich teilt ein Mitglied der Hausgemeinschaft ein.
Alle technischen Fragen sind mit den Stellvertretern des Sesshin-Leiters zu klären, sie übernehmen die Koordination der Arbeiten.

Kleidung
Geeignete Kleidung in gedeckten Farben tragen. Grelle Farben stören. Der Körper muss vollständig bekleidet sein. Wir sitzen jedoch ohne Socken, ohne dicke Wollsachen, ohne Decke. Uhr, Schmuck, Geld, Socken, Taschen, Handys bleiben im Schlafraum oder in der Garderobe im Erdgeschoss! Beim Zazen ist die Brille abzunehmen!

Essen
Vor und nach dem Essen gemeinsam die Essens-Sutra rezitieren oder auf Deutsch vorlesen.In Ruhe essen, auf die anderen achten, nicht mit dem Geschirr Lärm verursachen, sich nicht voll-schlingen und nur so viel nehmen wie man aufessen kann. Sich beim Essen am Jikishitsu (Zendo-Leiter) orientieren. Keine Lebensmittel mit in die Schlafräume nehmen.

In der Zendo (Zen-Halle)
Fragen können dem Leiter gestellt werden, wenn dieser dazu auffordert. Themen, welche die Zen-Praxis nicht betreffen werden nicht besprochen.
Die Zendo ist der Ort höchster Achtsamkeit und der Selbstfindung. Es darf nur von denjenigen betreten werden, die wirklich Zazen üben möchten. Beim Eintreten in die Zendo hält man die Hände in Gassho, verbeugt sich tief und geht, die Hände in Gassho, zielstrebig zu seinem Platz. Hier dreht man sich mit dem Rücken zum Kissen und verbeugt sich zum Raum hin. Man geht immer auf der Seite auf der man sitzt, nicht in der Raummitte.
Pünktlich zu den festgesetzten Zeiten erscheinen - spätestens dann, wenn die Klanghölzer zweimal ertönen. Mit Beginn des Dahan haben sich alle Teilnehmer in der Zendo eingefunden.
Die Sitze sind sauber und ordentlich zu halten. Zafu sind nach Benutzung aufzuklopfen und wieder ordentlich auf die Zabuton zu legen.
Beim Verlassen der Zendo übt man wieder Gassho vor seinem Kissen, hält dann die Hände vor der Brust, wie beim Kinhin in Shasshu, und geht zur Türe. Dort verbeugt man sich in Gassho zum Raum hin und geht hinaus.
Wir verursachen keine unnötigen Geräusche, z. B. kein lautes Nase schnäuzen, kein Gerede, die Fenster werden leise auf zu gemacht.

Kinhin (Gehmeditation)
Die Zendo darf während des Zazen nicht betreten oder verlassen werden. Wer die Zendo betreten oder verlassen möchte, kann dies während des Kinhin oder den Pausen tun. Wer während des Kinhin die Zendo verlassen möchte, übt Gassho und geht hinaus. Beim Wiederkommen über er Gassho und reiht sich an seinen Platz ein. Beim Hinsetzen und Aufstehen bitte nicht gegen die Schiebetüren lehnen.
Beim Ertönen der Klanghölzer nimmt man die Hände in Gassho und geht zügig weiter bis zu seinem Platz, hier bleibt man in Gassho stehen. Beim Ton der Glocke verbeugen sich alle gleichzeitig und setzen sich dann.
Während des Yaza (dem „Nachtsitzen“) ist außerhalb der Zendo Ruhe zu halten. Wer nicht am Nachsitzen teilnimmt, geht Schlafen! Um 22 Uhr ist Nachtruhe!

Keisaku (Weckstab)
Wenn der Keisaku kommt, kann man um seine Anwendung bitten, indem man seine Hände in Gassho hält. Zusammen mit dem Jikishitsu verbeugt man sich vor und nach dem Schlagen. Der Jikishitsu oder sein Stellvertreter kann den Keisaku auch anwenden, ohne darum gebeten zu werden. In diesem Falle legt er dem Sitzenden den Keisaku auf die Schulter, beide üben Gassho, usw. wie oben beschrieben.

Instrumente
Die große Glocke, die kleine Glocke, der Mokugyo, das Dahan und die anderen Instrumente werden nur vom Tempelleiter, dem Jikishitsu und beauftragten Personen betätigt, Das Üben mit den Instrumenten ist nur unter Anleitung durch eine der vorgenannten Personen gestattet.

Rezitieren der Texte
Die Sutren und anderen Texte werden mit lauter Stimme rezitiert. Man singt mit dem Ohr, in Harmonie mit den anderen Teilnehmern. Alle rezitieren mit!
Jeder verpflichtet sich mit allen Kräften diesen Regeln in Achtsamkeit zu genügen.

Teilnehmen an Sesshin kann nur, wer diese Ordnung anerkennt.